Günter Kochan

1930 - 2009

(Gilbert Stöck und Katharina Lorenz 2021, Bearbeitung Katja Münchow 2022)

Günter Kochan zählt zu den meistgespielten Komponisten in der DDR. Er war zudem in der Lehre tätig und kulturpolitisch engagiert. Sein vielfach ausgezeichnetes Œuvre umfasst Instrumental- und Vokalmusik, Bühnenwerke, Stücke für Filme und Hörspiele (Hirsch Heinrich) sowie bekannte Volksliedbearbeitungen (Wenn ich ein Vöglein wär’).

Zu seinen wichtigsten Werken gehört die international beachtete Kantate Die Asche von Birkenau (1965), eine Auseinandersetzung mit dem Holocaust zur Zeit der noch andauernden Auschwitzprozesse.

Seine Arbeit artikuliert den oft geschlossenen Kompromiss zwischen »formalistischer« Avantgarde und Sozialistischem Realismus. Bereits 1951 verfasste Kochan für die DDR-Zeitschrift Musik und Gesellschaft den Aufruf »Geht in die Betriebe!«. In seiner Musik finden sich Kompositionen, die in Beziehung zum Bitterfelder Weg stehen, wie das Orchesterstück Bilder aus dem Kombinatfür das Arbeiter-Sinfonieorchester des CKB, geschrieben für die 17. Arbeiterfestspiele der DDR 1978.

Hörbeispiele