„Bilder aus dem Kombinat“

(Fred-Gerrit Griepernau, Katja Münchow)

Die sieben Orchesterstücke „Bilder aus dem Kombinat“ wurden auf Anregung und für das Arbeiter-Sinfonieorchester des Kulturpalastes Bitterfeld komponiert.

Der Komponist war Günter Kochan (1930–2009). Er war einer der meistgespielten Komponisten in der DDR, 1967-1991 Professor für Tonsatz und Komposition an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Berlin, 1977–1982 Vizepräsident des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler und mehrfacher Nationalpreisträger der DDR.

1976 erhielt Kochan einen Brief vom VEB Chemiekombinat Bitterfeld, in dem ihm der Leiter des Arbeiter-Sinfonieorchesters, Arnfried-Joachim Eichhorn, vorschlug, ein Orchesterwerk „Bilder aus dem Kombinat" auf der Grundlage von Arbeiten aus den Zirkeln für bildnerisches Volksschaffen im Kombinat zu komponieren.

Kochan fuhr mehrfach nach Bitterfeld und wählte fünf Bilder aus:

  • Bernhard Franke: März 1920 (mit Bezug auf die Märzkämpfe),
  • NN: Blumen (ein Aquarell),
  • Walter Dötsch: Alarm (Reflexion eines Kampfgruppenappells),
  • Bernhard Franke: Moskauer Kinder,
  • NN: Zirkusclown (eine Kinderzeichnung).

Zum Beginn und am Ende fügte Kochan je ein Orchesterstück mit den Titeln Landschaft I und Landschaft II ein. Insgesamt komponierte er sieben Orchesterstücke.

Die Auswahl der Bilder und Themen entsprach einer dramaturgischen Idee, die Kochan musikalisch umsetzte. Es ging Kochan darum, seine „Eindrücke und Empfindungen beim Betrachten der Bilder wiederzugeben“. Zugleich wollte er eine spieltechnisch anspruchsvolle Komposition für das Arbeiter-Sinfonieorchester schaffen und ließ beispielsweise Raum für improvisatorische, aleatorische Passagen.

Ab Frühjahr 1977 probten die Musikerinnen und Musiker des Arbeiter-Sinfonieorchesters unter Leitung von Arnfried-Joachim Eichhorn.

Insgesamt drei Mal haben sie das Werk vor Publikum gespielt. Die erste Aufführung erfolgte im Kulturpalast in Bitterfeld. Später erklangen die Orchesterstücke noch einmal im Kurhaus Bernburg. Die offizielle Uraufführung fand schließlich am 30.6.1978 zu den 17. Arbeiterfestspielen in Sonneberg statt.

Die Rezension zu dem Werk, die zu den Aufführungen vorgetragen wurde, schrieb die Hallesche Musikwissenschaftlerin Karin Zauft.

Die Noten wurden 1978 vom Verlag „Neue Musik“ veröffentlicht.